SV Werder Bremen Fan-Club Leistungsträger

Hier findet Ihr die aktuelle Spieltagsanalyse. Natürlich etwas durch die grün-weiße Brille geblickt...

Geschrieben von Oliver Bruns.





9.2.2014: Werder-Dortmund 1:5 "o tempora - o mores"

Katja Kraus, studierte Germanistin und Politologin, dreifache deutsche Meisterin im Frauenfußball und ehemaliger Vorstand des HSV schreibt ab und an eine Kolumne in der ZEIT. Diesen Donnerstag schrieb sie über Mainz und Augsburg die die Schwäche der Großklubs nutzen um sich zu positionieren. Zitat: “Während die ehemals Etablierten mit der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ringen und sich in stetiger Selbstbeschäftigung verlieren, gelingt es Mainz und Augsburg mit einfachen Mitteln Mannschaften aufzubauen.“ Zitat Ende. Dem ist bis hierhin schon nichts hinzuzufügen. Aber es kommt noch besser: „Dabei setzen sie (Anm.: die Trainer in Mainz und Augsburg) vor allem auf Spieler, die ihre Motivation aus dem Bewusstsein ziehen, dass ihre Existenz vom Erfolg abhängig ist“. Es scheint in der Bundesliga nur zwei Gruppen von Spielern zu geben: entweder die bei Bayern oder Dortmund, die in so guten Mannschaften spielen, dass es einfach Spaß macht. Oder eben die, die einfach nur jedes Wochenende die Betroffenheitsinterviews auswendig wiedergeben, ansonsten aber mit hohen Grundgehältern ausgestattet sind. Es ist ihnen egal, ob gewonnen wird, oder nicht. Die Punktprämie scheint nicht den entscheidenden Anteil auszumachen. Wenn man im Weser-Kurier oder der Kreiszeitung Syke in der vergangenen Woche die Aussagen einzelner Spieler und vom Trainer Robin Dutt gelesen hat, dann konnte der geneigte Fan durchaus mit der Erwartungshaltung ins Stadion oder vor den Fernseher gehen, das sich die Mannschaft zerreißen werde. Das sah ja auch in den ersten dreißig Minuten ganz gut aus. Aber dann? Hängende Köpfe allenthalben und anschließend auswendig gelernte Interviews. Zum Beispiel Hunt: „Müssen irgendwie Punkte sammeln“ Ach nee. Obraniak, der in der zunehmend zerfallenden Mannschaft mit einigen gelungenen Ecken und Flanken auf sich aufmerksam machte, konnte nur feststellen, das es in der Mannschaft nirgendwo stimme. Und Robin Dutt hat sich zu der Bemerkung hinreißen lassen, seine Mannschaft habe sich zu keinem Zeitpunkt hängen lassen. Da wünschte man sich dann mal einen intelligenten Sportreporter, der gezielt nachfragt, was er damit meint. Angeblich ist ja auch der Teamgeist in Ordnung. Allerdings sieht man so wenig auf dem Platz. Haben wir vielleicht auch einige Spieler auf dem Platz, die sich für größer halten, als den Verein? Es sieht so aus. Die spannendste Frage ist allerdings, wie hoch das Wasser im Hause Wiesenhof steht, dass sie mit Werden den Werbevertrag verlängern und das auch noch zu verbesserten Konditionen. Vielleicht regieren ja bei Werder auch schon seit langem Kaufleute. Denen ist im Gegensatz zu Sportsleuten, das Ergebnis auf dem Platz egal. Wat zählt is auffe Bilanz.

o tempora o mores.